Tagungsthema

Das Feld der Gesundheitskommunikation zeichnet sich u. a. durch seinen hohen Anwendungsbezug aus. Die untersuchten Fragestellungen befassen sich zumeist mit lebensweltlichen Problemen, für deren Bearbeitung ein transdisziplinäres Vorgehen notwendig und sinnvoll erscheint. Durch die Kooperation von Akteuren aus Wissenschaft und Praxis kann es gelingen, gezielt die „disziplinäre Ordnung des wissenschaftlichen Wissens“ zu überschreiten (Jahn, 2008, S. 25). Transdisziplinarität weist insofern über Inter- und Multidisziplinarität hinaus, als sie eine Integration von Theorien und Methoden unter Beteiligung von Akteuren aus unterschiedlichen Disziplinen und Anwendungsbereichen anstrebt mit dem Ziel, einen gemeinsamen konzeptuellen Rahmen sowie  „problemadäquate“ wissenschaftliche und praxisrelevante Handlungs- und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Damit einher geht die Frage, inwieweit die Kommunikationswissenschaft ihre Forschungsperspektive erweitern muss, wenn sie zu einer umfassenden Bearbeitung des Problems beitragen will. Für die Forschungspraxis ergibt sich zudem die Herausforderung, Wege zu finden, dass die Kooperation trotz der unterschiedlichen Interessen der beteiligten Akteure störungsfrei, symmetrisch und auf das Projektziel bezogen verläuft. Gleichzeitig erfordert die disziplinäre Verortung der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler innerhalb des eigenen Faches und ihre Anbindung an dessen Kern sowie der Umgang mit den Ergebnissen transdisziplinärer Projekte eine Reflexion.

Die Tagung der Fachgruppe Gesundheitskommunikation stößt die Reflexion über den transdisziplinären Charakter dieses Forschungsfelds an und diskutiert, welche Potenziale und Herausforderungen transdisziplinärer Forschung sich für die Gesundheitskommunikation ergeben und inwieweit der „transdisziplinäre Mehrwert“ (Jahn, 2008, S. 32) für die (kommunikationswissenschaftliche) Forschung und Praxis erkennbar ist und weiter erhöht werden kann.

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